Umfangreich, notwendig und mit viel Engagement

Im Jahr 2001 begann die Rettung des Kirchengebäudes mit der statischen Notsicherung des Treppenturmes 1 an der Südseite: Der bleigedeckte Giebel drohte auf den Gehweg zu stürzen.

Der Treppenturm 1 und die direkt angrenzenden Bereiche wurden im darauffolgenden Jahr 2002 saniert.

Nachdem 2003 durch ein Gutachten festgestellt worden war, dass Wasser- und Fäulnisschäden an Fundamenten, Fachwerkkonstruktion und Dach zehnMillionen Euro kosten würden, wurden vier große Bauabschnitte gebildet, die bis 2012 in 12 Finanzierungsabschnitten umgesetzt wurden.

Der Einstieg in den 1. regulären Finanzierungsabschnitt von Bauabschnitt 1 gelang 2004: Da die Kunstwerke des Altarbereiches besonders gefährdet waren, begannen wir mit der Fassade zwischen den beiden nördlichen Treppentürmen, dem östlichen Treppenturm der Nordseite und dem gesamten Ostgiebel.

Im Laternenbereich (Schallöffnungen) von Glockenturm und Dachreiter machte  der marode Zustand der acht tragenden Stiele (Pfosten) unverzügliches Handeln erforderlich; deshalb wurden sie noch im Winter 2004 im Inneren mit dicken Hölzern abgestützt.

2005 - Der östliche Teil der Südseite mit Fenstern, dem Heizungsraum und dem Dachabschnitt ab Treppenturm 1, sowie der untere Dachabschnitt der schon geretteten Nordseite wurden saniert (BA 1.2).

2006 - Der obere Dachabschnitt zwischen Treppenturm 5 und 4, der Treppenturm 4 mit Elektroanlage und Brandmeldeanlage für die gesamte Kirche, die Fassade bis zum Haupteingang mit allen Fenstern und Türen, der 3. Anstrich für BA 1.2 konnten saniert werden. Um das ursprüngliche theologische Programm wieder erfahrbar zu machen, wurde die Bekrönung auf der Ostseite als 3. Wetterfahne in der Gestaltung ”Heiliger Geist” erneuert.

Noch im September 2006 musste der Glockenturm durch Schwungsteifen notabgestützt werden, denn er neigte sich immer weiter in Richtung Rathausampel. Die Planung für die Sanierung des Glockenturms gewinnt an Fahrt. Deshalb wurde

2007 als ”kleine” Sanierungsmaßnahme der Treppenturm 2 auf der Südseite, dessen Giebel sich nun auch in Bewegung gesetzt hatte, bearbeitet.

2007/2008 - Aufgrund der zunehmenden Instabilität muss mit dem Abbau des Glockenturmes früher als im ursprünglichen Sanierungsplan vorgesehen bereits im November 2007 begonnen werden. Abbau und Wiederaufbau des Glockenturms wurden in 11 Monaten durchgezogen. Am 5. 10.2008 läuteten nach fünf Jahren zum 1. Mal wieder alle drei Glocken. Allein für diese Sanierungsarbeiten waren 2,45 Millionen € erforderlich.

2009 - Der Uhrenturm (Dachreiter) mit Gauben und umgebenden Dachflächen zeigte im Holz und in der Statik beängstigende Verfallserscheinungen. Seine Wiederherstellung verbunden mit der Rückgewinnung der ursprünglichen Fensterform und Zahl (12 Apostel) kostete 1,61 Millionen Euro.

2010 und 2011 - Das "hohe Dach", das 1844 mit Gaubenfenstern für die zweiten Emporen versehen worden war, wurde auf der Süd- und Nordseite saniert. Dazu gehörten: die Überarbeitung und Verstärkung der maroden und partiell geschwächten Decken- und Dachverbandshölzer, die Neueindeckung der großen Hauptdachflächen mit Blei, die Schaffung eines durchgehenden belüfteten Firstes, neue Rinnen, Fallrohre und Schneefänge, die Erneuerung der Gauben, der maroden Fensterbänder und deren Verbretterung, das kleine Dach zwischen den Treppenhäusern 3 und 4 und auch das Treppenhaus 3 (Haupteingang). Kosten: 1,59 Millionen Euro.

2012 wurden im Inneren aus Feuerschutzgründen alle elektrischen Leitungen ausgetauscht und deshalb auch alle Lampen erneuert. Die Versicherung achtet bei diesem Gebäude aus Holz sehr genau auf mögliche Gefahren.

2012 und 2013 - Ein einheitlicher Gesamtanstrich der Außenfassade soll den neuen Holzbeschlag vor der Oberharzer Witterung schützen.