Die Orgel

Für den Neubau der Kirche baute Andreas Weiß aus Meinigen 1642 eine Orgel auf der Westempore mit 26 Registern, die zwanzig Jahre später durch den Orgelbauer Friedrich Besser aus Braunschweig renoviert und erweitert wurde. Im Zuge der Vergrößerung des Kirchenraumes wurde die Orgel 1689 durch den Orgelbauer Martin Vater aus Hannover auf die Ostempore versetzt. Beim Orgelneubau durch Johann Georg Eggert in den Jahren 1757 bis 1759 entstand ein Instrument mit 45 Registern, verteilt auf Hauptwerk, Oberwerk und Brustwerk; für dieses schuf 1758 Johann Albrecht Unger aus Nordhausen das berühmte und sehenswerte Ensemble des bis heute erhaltenen, im Stil des Rokoko reichhaltig verzierten Orgelprospektes. Dieser ist gestaltet nach dem Motto von Psalm 150, 6
„Alles, was Odem hat, lobe den Herren“. Dieses Loben kommt in den Tier- und Pflanzenornamenten, durch die singenden und musizierenden Engel und in den beiden lebensgroßen Karyatiden unter den Basstürmen zum Ausdruck, die den Orgelprospekt zu tragen scheinen. Der Lobgesang der Natur und der Engel wird vervollständigt durch die lebendigen Menschen, die im Gottesdienst an der Orgel musizieren.
Diese Orgel wies jedoch schon bald erhebliche Mängel im Hinblick auf das Pfeifenmaterial und die Spielbarkeit der Tastenmechanik auf, die mit der Größe des Instrumentes zusammenhingen – diese hatte den Orgelbauer Eggert wohl schlicht überfordert. Hierdurch wurden mehrere umfassende Renovierungen erforderlich, die Johann Andreas Zuberbier, Orgelbauer aus Obernkirchen und späterer Organist an der Clausthaler Marktkirche 1774/75 und sein Sohn Carl Friedrich Zuberbier noch einmal 1793 durchführten.
Nachdem es in den folgenden Jahrzehnten zu vielen Eingriffen in den Registerbestand der Orgel gekommen war, baute der Orgelbaumeister Franz Eggert aus Paderborn1888 ein neues dreimanualiges Instrument unter Beibehaltung des Gehäuses von 1758 mit 40 Registern, welches klanglich im Stil der Hochromantik („Manual-Prinzip“) gestaltet war. In den Jahren 1957 bis 1960 erfolgte ein weiterer Orgelneubau durch Hermann Hillebrand aus Hannover im Geiste der „Orgelbewegung“, wobei die Pfeifen von 1888 teilweise weiter verwendet wurden. Im Sinne einer „Werkorgel“ enthielt diese 39 Register im Pedal, Hauptwerk, Seitenwerk und Brustwerk.
Da sich bei dieser Orgel leider schon bald gravierende Mängel infolge der Art der Heizung zeigten, entschloss sich die Gemeinde erneut für einen Orgelneubau und beauftragte damit den Orgelbauer Paul Ott aus Göttingen, der die bie heute bestehende Orgel 1976 fertigstellte. Im Zuge dieses Orgelneubaus wurde gleichzeitig das historische Gehäuse durch den Kunsterzieher und Restaurator Bernd Gisevius aus Clausthal-Zellerfeld restauriert. Die Orgelweihe erfolgte am Sonntag Trinitatis 1976.
Disposition der Orgel (Mechanische Spieltraktur, Schleiflade, elektrische Registersteuerung)
Pedal (C – f´) Brustwerk – 1. Manual (C – g´´´)
Prinzipal 16´ Holzflöte 8´
Subbass 16´ Praestant 4´
Quintbass 10⅔´ Rohrflöte 4´
Oktave 8´ Waldflöte 2´
Rohrgedackt 8´ Oktave 1´
Oktave 4´ Scharff 3-4fach
Holzflöte 4´ Krummhorn 8´
Nachthorn 2´ Tremulant
Hintersatz 6-fach
Posaune 16´
Trompete 8´
Clarine 4´
Hauptwerk – 2. Manual (C – g´´´) Schwellwerk – 3. Manual (C – g´´´)
Pommer 16´ Rohrflöte 8´
Prinzipal 8´ Spitzgambe 8´
Gemshorn 8´ Schwebung 8´
Oktave 4´ Prinzipal 4´
Gedacktflöte 4´ Spillflöte 4´
Quinte 2⅔´ Nasat 2⅔´
Oktave 2´ Schwiegel 2´
Mixtur 5-7fach Terz 1³/5´
Trompete 16´ Quinte 1⅓´
Trompete 8´ Mixtur 4-5fach
Fagott 16´
Schalmey 8´
Tremulant
Koppeln: BW/HW SW/HW SW/BW
BW/Ped HW/Ped SW/Ped