Das Geläut

Die große Glocke enthält Material von 1636, sie wurde in ihrer heutigen Form 1792 durch Joh. Heinrich Wicke in Braunschweig gefertigt. Sie wiegt stattliche 2.500 kg und ist sehr kunstvoll mit zwei Inschriften und einem Palmettenfries geschmückt. Diesem hat sie es zu verdanken, dass sie 1917 nicht beschlagnahmt wurde. Das städtische Klausenwappen und das Bergamtswappen, ein Schmelzofen, zieren die Glocke, deren Inschrift so beginnt: “Ich bin ein stummes Erz, doch wenn man mich berührt, so wird mein sanfter Ton gleich weit und breit gespürt....” Die große Glocke wurde immer als erste in Bewegung gesetzt, um mit den anderen beiden in Gleichklang zu kommen. Sie diente früher bei Feuer auch als Sturmglocke.
Die mittlere Glocke, 1.270 kg schwer, musste 1693 von Nikolaus Grebe aus Hannover umgegossen werden, weil auch sie gesprungen war. Wegen ihrer barocken Ornamentkante blieb auch sie 1917 von der Beschlagnahme verschont. Zwar mussten beide Glocken im Jahr 1942 abgegeben werden, doch sie kamen 1947 aus Hamburg, wo sie gelagert waren, zurück.
An der ursprünglichen kleinen Glocke, 1511 gegossen und von St. Andreasberg gekauft, hatte man wenig Freude. Sie musste mehrfach umgegossen werden, weil der Ton nicht stimmte. Sie wurde 1917 beschlagnahmt und war damit für die Marktkirche verloren. Die jetzige kleine Glocke, vom Ehepaar Gehrke 1921 gestiftet, wiegt laut Katalog der Gießerei Radler aus Hildesheim 703 kg.
Quellen: Albert Humm, “Aus längst vergangenen Tagen” und Glockengutachten 2007