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Der Altar

Am Altar wird die Erlösungstat Jesu dargestellt, und zwar beginnend mit der Schöpfung über die gegenwärtige Gemeinde bis zum Jüngsten Gericht.

Die Kreuzigungsgruppe bildet das Zentrum: Jesus ist im Augenblick des Sterbens dargestellt. Unter dem Kreuz beten der Lieblingsjünger Johannes, die Mutter Maria und die bekehrte Sünderin Maria Magdalena auf jeweils besondere Art.

Dieser Altarteil wird von dem Unterbau, der sog. Predella, getragen. Das Abendmahlsrelief dort stellt die Jünger der Tischrunde deutlich als verschiedene Typen dar. Sie reagieren auf das Geschehen in ganz unterschiedlicher Weise. Der Heilige Geist verbindet sie. Die Tischrunde ist nach vorn offen, das heißt: Erst die das Abendmahl feiernde Gemeinde vervollständigt den Kreis.

Über der Kreuzigung erscheint als Reliefbild das Geschehen der Osternacht: Der auferstandene Christus steigt in einer goldenen Wolke aus dem Sarg. Zwei Wächter stürzen zur Seite. Nach alter Tradition soll diese Szene zugleich als die Wiederkehr Christi beim Jüngsten Gericht gelesen werden. Darauf verweisen neben der Körperhaltung der Christusfigur auch die beiden großen Engel ganz außen am Altar, die ursprünglich die Marterwerkzeuge trugen. Schon im frühen Mittelalter treten sie in den Darstellungen des Jüngsten Gerichts als Begleiter des Weltenrichters auf.

Über den vier großen Säulen stehen als kleine Figuren die vier großen Propheten des Alten Testaments: Von links sind das Jesaja, Jeremia, Hesekiel und Daniel. Neben vielen anderen Einzelheiten weist diese Anordnung auf die jüdische Religion als Grundlage der christlichen Religion hin.

Die vier Evangelisten, die das Neue Testament verkündigen, sind größer dargestellt: links und rechts neben der Kreuzigungsgruppe Matthäus und Johannes, ganz oben auf dem Altar Markus und Lukas.

Alle Figuren stehen in einer Altar-Architektur, die einerseits aus geometrisch streng geformten Flächen und Profilen, andererseits aber aus scheinbar ganz regellos geformten Ornamenten aufgebaut ist. Hier findet sich die geometrische Klarheit der Decke wieder und dazu im Kontrast ein scheinbar regelloses Geschnörkel, das einerseits die verwirrende Vielfalt unserer Welt ausdrückt und anderseits den Altar mit einem Sinnbild von der Schönheit alles Lebendigen schmückt.